Versailler Vertrags

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Die hohen Vertragsparteien verpflichten sich wechselseitig an die treue Einhaltung dieses Vertrags, dessen Ratifizierungen innerhalb von neun Monaten ab diesem Tag oder, wenn möglich, früher ausgetauscht werden. In unserem Zeugnis haben die besagten Bevollmächtigten Seiner allervorsten Christlichen Majestät und der dreizehn Vereinigten Staaten von Nordamerika aufgrund unserer jeweiligen Macht diese Geschenke unterzeichnet und es hat das Siegel unserer Arme befestigt. Japans Industrialisierung und sinkende Sterblichkeitsraten verursachten ein Problem der Überbevölkerung. Nach dem chinesischen Ausschlussgesetz von 1882, das chinesischen Arbeitern die Einwanderung nach Amerika untersagte, brachten Auftragnehmer an der Westküste japanische Migranten herüber, um ihren Bedarf an preiswerten Arbeitskräften zu decken. Die Bemühungen um die Schaffung von Autonomie- und Unabhängigkeitsbewegungen, die ihren Ursprung in der Kolonialwelt außerhalb Europas haben – selbst getrieben von der Idee des Selbstbestimmungsrechts der Menschen – hatten ebenfalls Einfluss auf die Pariser Verhandlungen. Auch dort war der “Wilsonian Moment” (Erez Manela) eine große Enttäuschung; es war nicht die Idee der nationalen Selbstbestimmung, die die Herangehensweise der Großmächte an die Pariser Verträge prägte, sondern ihre imperialen Machtansprüche. Tatsächlich wuchsen die Kolonialreiche der Großmächte nach dem Ersten Weltkrieg wieder an. Mit anderen Worten, die Reorganisation der Welt im Jahr 1919 wurde von den Mächten und Machtinteressen des globalen Nordens bestimmt. Nach Scheidemanns Rücktritt wurde unter Gustav Bauer eine neue Koalitionsregierung gebildet.

Bundespräsident Friedrich Ebert wusste, dass sich Deutschland in einer unmöglichen Situation befand. Obwohl er die Abscheu seiner Landsleute mit dem Vertrag teilte, war er nüchtern genug, um die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Regierung nicht in der Lage sein würde, ihn abzulehnen. Er glaubte, dass die Alliierten, wenn Deutschland sich weigerte, den Vertrag zu unterzeichnen, von Westen her in Deutschland einmarschieren würden – und es gab keine Garantie, dass die Armee im Falle einer Invasion Stellung beziehen könnte. Vor diesem Hintergrund fragte er Feldmarschall Paul von Hindenburg, ob die Armee zu einem sinnvollen Widerstand fähig sei, falls die Alliierten den Krieg wieder aufleben sollten. Wenn es auch nur die geringste Chance gäbe, dass die Armee durchhalten könnte, wollte Ebert empfehlen, den Vertrag nicht zu ratifizieren. Hindenburg kam nach dem Ableiten seines Stabschefs Wilhelm Groener zu dem Schluss, dass die Armee den Krieg nicht einmal in begrenztem Umfang wieder aufnehmen könne. Anstatt Ebert jedoch selbst zu informieren, ließ er Groener die Regierung darüber informieren, dass sich die Armee im Falle neuer Feindseligkeiten in einer unhaltbaren Lage befinden würde. Nachdem sie dies erhalten hatte, empfahl die neue Regierung, den Vertrag zu unterzeichnen. Die Nationalversammlung stimmte mit 237 zu 138 Stimmen bei fünf Enthaltungen (insgesamt 421 Delegierte) für die Unterzeichnung des Vertrags. Dieses Ergebnis wurde wenige Stunden vor Ablauf der Frist nach Clemenceau verdrahtet.

Außenminister Hermann Müller und Kolonialminister Johannes Bell reisten nach Versailles, um den Vertrag im Namen Deutschlands zu unterzeichnen. Der Vertrag wurde am 28. Juni 1919 unterzeichnet und am 9. Juli von der Nationalversammlung mit 209 zu 116 Stimmen ratifiziert. [141] Im Privaten widersetzte sich Lloyd George der Rache und versuchte, zwischen Clemenceaus Forderungen und den Vierzehn Punkten Kompromisse einzugehen, weil Europa sich schließlich mit Deutschland versöhnen musste. [50] Lloyd George wollte Reparationsbedingungen, die die deutsche Wirtschaft nicht lähmen würden, damit Deutschland eine lebensfähige Wirtschaftsmacht und Einhandelspartner bleibe. [49] [50] [47] Mit dem Argument, dass britische Kriegsrenten und Witwenzulagen in die deutsche Reparationssumme aufgenommen werden sollten, sorgte Lloyd George dafür, dass ein großer Betrag an das Britische Empire gehen würde. [51] Versailles` gemischtes Vermächtnis wird noch komplizierter durch einen wenig bekannten Versuch Japans, einer der aufstrebenden Akteure am Tisch, die Welt in der Frage der Rassengleichheit voranzubringen. Die Weimarer Regierung finanzierte auch inländische Aufrüstungsprogramme, die verdeckt mit dem in “X-Budgets” getarnten Geld finanziert wurden, und zwar im Wert von bis zu 10 % des offengelegten Militärbudgets.

[190] 1925 begannen deutsche Unternehmen mit der Konstruktion von Panzern und moderner Artillerie.